21.08.2017
dbb sh erwartet zunehmende Kritik an Behörden
Nach Auffassung des dbb sh dürfe auf keinen Fall pauschal die Schuld bei den Beschäftigten gesucht werden. Im Gegenteil – ihnen sei es zu verdanken, dass sich die Bürger und die Wirtschaft auf einen unter dem Strich hochwertigen öffentlichen Dienst verlassen können. Dieser sei allerdings massiv gefährdet, wenn die dort herrschenden Rahmenbedingungen nicht weiterentwickelt werden.

Der dbb sh mahnt an, Schritt zu halten mit aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft und sich ändernden Erwartungshaltungen an den öffentlichen Dienst. Dazu Kai Tellkamp: „In Zeiten der Digitalisierung wird es bei den Bürgern auf immer weniger Akzeptanz stoßen, wenn für ein und denselben Lebenssachverhalt mehrere Verwaltungsstellen aufgesucht werden müssen. Ob ein Geschäft eröffnet werden soll oder ein Kind auf die Welt kommt – den Menschen wird manchmal wirklich viel zugemutet – übrigens auf beiden Seiten des Schreibtisches. Sinnvoller wäre es, für ein Anliegen nur eine Schnittstelle zwischen Verwaltung und Bürger zu haben.“

Ein weiteres Problem: In den Verwaltungen führen interne Vorschriften und Abläufe immer häufiger zu Frust. Die Verfahren, um an Zuschüsse für bestimmte Aufgaben zu kommen, sind häufig zu kompliziert. Gleiches gilt für Regelungen zu bestimmten Verwaltungsabläufen, wie das Rückführungsmanagement abgelehnter Asylbewerber. Die Beteiligung etlicher staatlicher Ebenen macht das Ganze sicher auch nicht einfacher.

Letztendlich mangelt es an Personal, um alle vorhandenen Regelungen zu beachten und alle Aufgaben zu erfüllen. Tellkamp: „Statt Prämien für die Vermittlung von Personal auszuloben, wie es das UKSH jetzt macht, sollten besser effiziente Strukturen geschaffen werden. Dann kann das Personal auch vernünftig bezahlt werden und das Rekrutierungsproblem löst sich von selber.“

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